#JogAndRock 2016

Sonntag, 25. September 2016, 09:00 Uhr, Bensheim, 11 Grad Celsius.

Ich stehe auf dem Marktplatz, habe noch meine Trainingsjacke an und schaue auf das dort herrschende Spektakel. Wie auch ich, haben sich ein paar frühe Vögel eingefunden. Man hat noch leicht Zeit seine Tasche abzugeben, nirgendwo Gedränge. Aus den Boxen tönt schon Musik und ich kann mir langsam vorstellen, wie es nachher hier sein wird, wenn gut 1.500 Läufer sich im Zielbereich aufhalten werden.

Ich bin immer noch etwas nervös. Mein erster Halbmarathon – naja zumindest mein erster gewerteter. Aber dies allein reicht schon, um ein wenig Spannung im Körper aufzubauen. Nicht der Zweifel, dass ich die Strecke nicht schaffen könnte, lässt mich etwas grübeln, sondern die Frage: Wie schnell darf ich es angehen? Wie ist die Strecke überhaupt? Wird mir warm werden beim Laufen?

09:45 Uhr: Ich habe mittlerweile meine Tasche abgegeben und stehe nun in Kurz-Kurz auf dem schattigen Marktplatz. Die Menge der Menschen um mich herum hat sich vergrößert, das eine oder andere bekannte Gesicht von anderen Läufen in der Umgebung erkennt man wieder. Als Glücksbringer dient diesmal mein neues Laufshirt, welches ich zum Geburtstag erhalten habe:

JogAndRock StartNummer

Team Highperformance ist sonst im Zwillingsjogger unterwegs, aber diese waren heute nicht erlaubt.

10:04 Uhr: Man hat sich mittlerweile vollständig an der Startlinie versammelt. Die Zonen werden durch Zug- und Bremsläufer eingeteilt. Ich stehe bei 1:44 und fühle mich dort recht wohl. Meine Polar M400 sucht noch immer nach einem GPS Signal… der Countdown läuft… 5… 4… 3… 2… 1… Los gehts!

Die Strecke wird viermal durchlaufen – viermal je 5,274km durch die Innenstadt und Fußgängerzone von Bensheim. Sie ist von vielen unterschiedlichen Straßenbelägen, leichten Anstiegen und sehr engen spitzen Kurven geprägt. Alles in Allem nicht einfach für jemanden, der sonst das weite Feld und endlose lange Geraden gewohnt ist.

JogAndRock Strecke

Die erste Runde ist vorbei, mittlerweile haben wir etliche der 5 Minuten vorher gestarteten 10km Läufer in den engen Gassen überholt, meinen 1:44er Zugläufer habe ich hinter mir gelassen und mein eigenes Tempo gefunden. Ab und zu der Blick auf den Puls, es passt alles. Auch das GPS Signal ist 500 Meter nach dem Start dann endlich da gewesen, so dass zumindest ein Teil der Strecke aufgezeichnet wurde. Die zweite Runde war geprägt davon das Mittelfeld des 10km Laufes zu überholen. Kilometer 8 geschafft, Zeit für das erste Gel – Raspberry – lecker! Und dann die zweite Zieldurchquerung zusammen mit vielen 10km Finishern, die direkt hinter der Ziellinie stehend ihre Medaillen in Empfang genommen haben. Aber wie sagt man so schön: „Stau is nur hinne blöd!“ Vorbei, drumherum, durch und weiter geht’s. Jetzt wurde es ruhiger auf der Strecke. Ich werde eingeholt von einem jungen Läufer, der mich fragt: „Was willst du denn für eine Zeit laufen?“ und wie im Tunnel antworte ich ehrlich, das ich gerade keine Ahnung habe und das ja mein erster Lauf ist… Er hechelt etwas von „Puls ist zu hoch…“ und „Du rennst hier gerade eine 1:40 Zeit, wenn du das durchhälst…“ – Ja, ok. Klingt gut. Über irgendwas haben wir uns noch unterhalten, ich glaube es ging im Steigung und enge Kurven, dann war die dritte Runde vorbei und ich habe den jungen Burschen endlich abziehen lassen, mein Puls war zwar nicht zu hoch, eher zu niedrig, aber mir ging es blendend und das sollte auch so bleiben.

Letzte Runde: Noch 5… 4… 3… Kilometer, langsam merke ich meine Beine und beim Wassertrinken habe ich mir ungewollte eine Nasendusche verpasst. Noch 2km – an den Stoplersteinen vom Neumarkt Parkhaus aufpassen und – – – mit der Schuhspitze hängen bleiben, stolpern, Arme rudern, Gleichgewicht bewahren und weiter geht’s. Jetzt bin ich wieder wach und kann die letzten Kurven zum Ziel voll mitnehmen. Noch 1 Kilometer, der Körper sagt, da geht noch was, also raus damit und einen kleinen Sprint angezogen.

Im Ziel!

Medaille in Empfang nehmen und zur Futteraufnahme tapsen. Oh, Uhr anhalten. 1:41… Moment. Ich bin doch schon länger hier… Oh – Laugenbrezn, Wasser, Banane, Dinkelbrötchen – Prioritäten müssen gesetzt werden. Die dritte Frau läuft ins Ziel ein. Ich bin verwundert. Nun will ich es wissen. Tasche abholen, Handy zücken und da stand es:

10. AK (44./46. Gesamt) mit 1:39:24 – Tschakka!

JogAndRock Urkunde

Mit dem hatte ich nicht gerechnet, zumal ich erst gegen Ende wirklich in einen Wettkampfmodus kommen konnte, vorher war sowohl vom Puls als auch allem anderen eher der „normale“ Abendlauf angesagt. 158 Durchschnittspuls sagt wohl alles.

Mein Fazit: Tolle Organisation, abwechslungsreiche aber anspruchsvolle und vor allem langsame Strecke. Nächstes Jahr gerne wieder! – Oder doch Hugenottenlauf? Und ja, mir ist warm geworden.

Die hier behalte ich auf jeden Fall, mein erster offizieller Halbmarathon!

JogAndRock Medallie

Pretty in Pink

Vor einiger Zeit habe ich via Twitter meine Follower um Hilfe gebeten bei der Suche nach einem neuen Trinkrucksack. Mein alter hatte ja mittlerweile schon gut 20 Jahre auf dem Buckel und stammte noch aus Zeiten des Mountainbikens.

Die Antworten waren super und obwohl mir die Salomon S-Lab Sense Ultra am besten gefallen hat, hat mich der Preis etwas abgeschreckt. So bin ich nach reiflicher Überlegung beim Camelbak Dart gelandet. Und heute kam dieser per Post, d.h. ich werde gleich morgen Abend mit meinem neuen lila Rucksack durch die Nacht laufen. Moment – lila? Wieso? Nun ja, 20 Euro weniger als das schwarze und grüne Modell sind ein echtes Argument. Und warum nicht mal ein wenig Farbe bekennen!

camelbakdartpink

Laufmonat August 2016

Wow!

Das fast meinen Laufmonat glaube ich ziemlich gut zusammen. Zum Start einen kleinen aber schnellen Wettkampf und dann die Steigerung meiner Trainingsrundenkilometer von 14km auf 18km haben dem Monat doch ein absolutes Hoch von insgesamt 204km (bei 13 Einheiten) gebracht. Zum Abschluss noch meinen kleinen Übungs-Halbmarathon, damit kann ich augenblicklich sehr zufrieden sein. Der Körper hat die Steigerung gut verkraftet und ich halte mich zumeist an die Ruhepausen, die Polar mir vorschlägt.

Halbmarathon-Prognose ist auch auf Sub100 gefallen, wenn ich das im September schaffe – #RunHappy !

Trainingsbericht 2016 08

August:    204km (13 Einheiten -> 15,7km Ø, Running-Index: 58)

Laufmonate Januar bis Juli 2016

Mit dem Monat August werde ich mir vornehmen, zumindest einmal monatlich eine kleine Zusammenfassung dessen was ich erlebt habe aufzuschreiben.

Das Jahr 2016 war ziemlich veränderungsreich. Im Januar noch sehr viel auf dem Laufband unterwegs gewesen, gegen Mai eine größere Pause eingelegt wegen starker Erkältung und zur Mitte des Jahres dann richtig Fahrt aufgenommen (Wettkampf: Melibokuslauf) mit dem Ziel #JobAndRock Halbmarathon Ende September in Bensheim.

Aber nun mal ein paar Daten:

Januar:  116km (12 Einheiten ->  9,7km Ø, Running-Index: --)
Februar: 125km (13 Einheiten ->  9,7km Ø, Running-Index: 57)
März:    162km (17 Einheiten ->  9,6km Ø, Running-Index: 58)
April:   172km (14 Einheiten -> 12,3km Ø, Running-Index: 61)
Mai:      52km ( 4 Einheiten -> 13,0km Ø, Running-Index: 61)
Juni:     71km ( 6 Einheiten -> 11,9km Ø, Running-Index: 52)
Juli:    185km (14 Einheiten -> 13,2km Ø, Running-Index: 55)

trainingsbericht_2016_01-07

Dazu kommt dann noch das Erlebnis mit meinen beiden Kleinen und dem Zwillingsjogger unterwegs sein zu können. Angefeuert von den Kids mit einem freundlichen „Hallo!“ an anderen Läufern vorbeizuziehen macht schon irgendwie Laune. Gelernt habe ich allerdings, dass ich noch etwas mehr auf meinen Körper hören muss. Die Leistungsabforderung aus 2015 – immer schneller und schneller – sowie die Steigerung der Distanz ab April haben sicherlich dazu beigetragen, dass ich fünf Wochen Pause wegen Erkältung einlegen musste. Aktuell laufe ich nicht mehr ganz so schnell (4:50 Min/km anstatt der 4:35 Min/km) bringen mich Distanzmäßig auf jeden Fall sehr viel weiter. Und dass ich das Tempo auf 10km abrufen kann, hat man am #Fischerestlauf gesehen.

Fischerfestlauf 2016

Samstag 6. August 2016 17:00 Uhr. Meine erste Teilnahme an der 10km Strecke des Fischerfestlaufs und ich war etwas nervös. Nervös nicht, weil ich Angst hatte, die Distanz nicht zu schaffen – nein, mittlerweile laufe ich im Training schon weiter – aber Respekt vor den Zeiten, die dort gelaufen werden.

FischerfestlaufStartnummer

Mit wenigen Minuten Verspätung – man musste noch auf eine Walkerin warten, die noch auf der Strecke war – wurde dann auch schon der CountDown von 5 runter gezählt und die erste Runde im Stadion gedreht. Ich hatte mich gut ins das Starterfeld eingeordnet und hatte wenige Überholungen bis es auf die eigentliche Strecke hinaus aus dem Stadion ging. Das Tempo auf dem ersten Kilometer war für meine Verhältnisse mörderisch – 4:18 piepse mich meine #Polar M400 an und mein Puls war schon im guten Wettkampfbereich. Da ich wusste, dass ich dies so nicht durchhalten würde, nahm ich etwas Geschwindigkeit raus und heftete mich an die Fersen von zwei anderen Läufern. So ging es Kilometer zwei und drei bis in die Innenstadt wo wir drei Runden a ein Kilometer drehen sollten. Bereits vor dem Start hatte ich mit einem netten Ultraläufer gesprochen und mir erklären lassen, dass die Runden auf Vertrauensbasis gedreht werden und nicht wie bei anderen Läufen farbige Bändchen gesammelt werden. Gegen Ende der ersten Runde an der Wasserversorgung wurde ich bereits vom Führenden (3:06 Pace) überholt – hier könnte die Orga wohl noch etwas nachbessern, da dies sehr chaotisch und nicht ohne Rempler ablief. Ich aber konnte weiter mein Tempo halten und bei gutem Wetter (leicht bedeckter Himmel aber warme Temperaturen) unter dem ständigen Applaus der Zuschauer in der Innenstadt meine drei Runden absolvieren und mich nach gut sieben Kilometer wieder auf den Rückweg ins Stadion machen. Bei Kilometer acht realisierte ich, dass noch ein paar Reserven da waren und entschied mich auf dem letzten Kilometer das Tempo dann noch etwas anzuziehen – konnte hier dann auch noch ein paar Plätze nach vorne gehen. Der Einlauf in den Zielbereich war toll – auch hier jede Menge Zuschauer, die mit Applaus nicht sparten als wir zu dritt einliefen und nochmal einen Endspurt hinlegten. Hier musste ich mich allerdings geschlagen geben und kam insgesamt als 70. von insgesamt 418 Läufern/innen ins Ziel. Einen Überblick über alle Ergebnisse gibt es bei RaceResult. In meinem Trainingstagebuch kann man den Lauf nacherleben.

FischerfestlaufStreckenplan

Gesamtzeit (netto) für die 10km: 43:48 (4:22 Pace) macht Platz 8 in der AK M40 und Persönliche Bestzeit!

Fischerfestlauf2016Urkunde

Insgesamt kann man sagen: Ein gelungener Nachmittag und nächstes Jahr auf jeden Fall gerne wieder!